Touching

TOUCHING

Veronika Simor: Keyboard, Laptop, Controller
Johannes Kretz: Laptop, Sensoren, Software

TOUCHING sucht stets neue Orte, sucht den Klang, den Raum - den Klang im Raum, das Gespräch (miteinander, mit dem Raum, mit dem Klang). TOUCHING reagiert auf gegebene Situationen, schafft innovative klanglich-künstlerische Räume und interaktive gestische Topologien im Spannungsfeld zwischen Komposition und Improvisation, weil das Neue stets nur aus der Feebackspirale zwischen unvorhersehbarem Experimentieren und evaluierendem Erfassen temporärer Resultate in evolutiven Zyklen geschehen kann. Charakteristisch ist das klangliche Gespräch im Raum, dass sich zwischen den Performern entspannt, Wechselwirkungen ermöglicht, eine Diskussion aus Klanggesten, mitunter Berührung und Verschmelzung, Auflösung der Identitäten, um eine gemeinsame Klanggestalt zu erreichen. Dabei spielet auch der Einsatz verschiedener MIDI-Controller und Sensoren (Leapmotion, iPad etc.) eine Rolle, ebenso der Einsatz von instrumentalen Klangquellen (wie z.B. präpariertes Violoncello etc.). Konkretes klangliches Material wird im musikalischen Kontext multidimensional animiert, spatialisiert, transformiert, in Bezug gesetzt und mitunter auch mit speziell konzipierten Visuals kombiniert. Wichtig ist auch der evolutive Aspekt von TOUCHING. Jeder Auftritt basiert auf den vergangenen, entwickelt sich aber auch von diesen weg, setzt einen weiteren Schritt auf einer langen Reise.

Der spezielle, innovative Raum des Deep Space im Ars Electronica Center mit seinen außergewöhnlichen  multimedialen Möglichkeiten trifft sich mit innovativen Klangkonzepten von TOUCHING, erweitert dadurch seine physischen, körperlichen Eigenschaften, die Klänge schweben durch alle Dimensionen und ermöglichen ein Gespräch zwischen Raum und Klang auf ungeahntem Level.

Die künstlerischen Paradigmen von TOUCHING sind jedenfalls auch als Stellungnahme zu gesellschaftlichen Fragen zu verstehen. Die Sensibilität für Veränderung im Spannungsfeld zwischen der Brüchigkeit und Unberechenbarkeit des Aufbruchs ins Ungewisse und dem Suchen von Balance und vorübergehender Stabilität des Moments spiegeln eine Weltsicht, die Veränderungen im Kontext der globaler Entwicklungen reflektiert.

TOUCHING arbeiten als künstlerisches Duo seit vier Jahren zusammen und hatte mehrere Auftritte in dieser Formation, unter anderem bei der von der IGNM organisierten Konzertreihe „Strom-Musik“, weiters im Palais Kabelwerk Wien, in der Alten Schmiede und im Semper-Depot (in Kooperation mit „The Electroacoustic Project“).